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Aktuelles aus der Otto-Steiner-Schule

Autisten-Starterpaket im Schuljahr 2009/10 - Ein erfolgreiches Projekt in Otto-Steiner-Schule und Tagesstätte des HPCA
 
In den letzten Jahren war eine stete Zunahme von Kindern mit autistischen Spektrumsstörungen (ASS) in unserer Einrichtung festzustellen. Von derzeit 264 Schülern, die in 30 Klassen und 29 Tagesstättengruppen betreut und gefördert werden, weisen 67 Kinder und Jugendliche die Diagnose ASS auf. Nur eine Klasse hat in diesem Schuljahr 2009/10 keinen Schüler mit dieser Diagnose. In den restlichen 29 Klassen sind zwischen 1 - 3 Schüler mit ASS zu betreuen.
 
Um den individuellen Schweregrad der ASS zu definieren, haben wir Kategorien entwickelt, mit deren Hilfe sich auf   einer Scala von 1 - 3 die Ausprägung des Autismus der Schüler darstellen lässt.
 
Von dieser wachsenden Zunahme der Schüler mit ASS sind vor allem die Schulvorbereitende Einrichtung (SVE) und die ersten Klassen betroffen. Dies stellt eine große Herausforderung für die Lehrer und Erzieher dar. Um den Problemen, die daraus erwachsen sind,  präventiv  begegnen zu können, setzten sich im Juli 2009 Schul- und Tagesstättenleitung mit uns  (Monika Dietlinger, MSD- Autismus und Eva Drexler-Lang, Fachdienst Psychologie) zusammen, um für das kommende Schuljahr ein Präventionspaket zu schnüren.
 
Zum ersten Mal sollte ein gemeinsames pädagogisches Konzept von Schule und Tagesstätte für die Schüler mit ASS entstehen, von dem wir uns zum Einen durch die gleiche Vorgehensweise von Schule und Tagesstätte und zum Anderen durch intensive fachliche  Beratung unsererseits einen besonderen Erfolg versprachen.
 
Getauft wurde unser Projekt "Autisten-Starterpaket".

Folgende Module wurden im Schuljahr 2009/10 durchgeführt:

  • Wir hospitierten beide jeweils in Schule und Tagesstätte, um die aktuelle Situation einzuschätzen und notwendige Veränderungen anzudenken.
  • Die Erstkräfte von Schule und Tagesstätte bekamen die Gelegenheit in einer zusätzlichen gemeinsamen Stunde, den Umgang mit den betroffenen Schülern abzusprechen und zu koordinieren.
  • Es fanden 3 Fachberatungen pro Klasse von Oktober bis April für die jeweiligen Kleinteams statt.
  • Bei jeder Fachberatung wurde ein detailliertes und verbindliches Protokoll erstellt, in dem der Umgang und die Strukturen für die jeweiligen Schüler mit ASS festgehalten  und bei der nächsten Beratung auf Umsetzung und Machbarkeit überprüft wurde.

 

Projekt Autisten-Starterpaket
Projekt Autisten-Starterpaket
Projekt Autisten-Starterpaket

In den Genuss des Starterpaketes sollten die SVE  und 2 erste Klassen kommen. Zu Beginn des Schuljahres wurde auf eigenen Wunsch eine dritte Klasse dazugenommen, da hier 3 Schüler mit ASS und besonders herausforderndem Verhalten waren.

Der Zeitaufwand, den wir dafür erbrachten - mehrfache Hospitationen, fachliche Abstimmung untereinander, Fachberatungen in den Kleinteams -, hat sich sehr gelohnt. Durch die für Schüler mit ASS unabdingbaren Strukturen und die gemeinsamen pädagogischen Maßnahmen von Schule und Tagesstätte konnten relativ zügig die herausfordernden Verhaltensweisen dieser Schüler in tolerierbare Bahnen gelenkt werden mit Ausnahme eines Schülers mit sehr ausgeprägter autistischer Störung. Hier hatte sich trotz großer Bemühungen nur mäßig Erfolg eingestellt. Es zeigte sich, dass die pädagogischen Erfolge am größten waren je besser die Übereinstimmung im Umgang mit den Schülern von Schule und Tagesstätte war. Gelegentlich bestand die Notwendigkeit, Korrekturen an den vereinbarten Maßnahmen vorzunehmen, um das gewünschte Ziel zu erreichen.

Deutlich zeigten sich  die Grenzen, die auch dieses Modell hat. Bei mehr als 3 Schülern mit ASS in einer Gruppe, scheint ein Erfolg mehr als fraglich.

Die Herstellung und Beschaffung der notwendigen Materialien (TEACCH-Karten, PECS-Ordner, Time-Timer, Tagespläne mit Fotos) kostete Lehrer und Erzieher viel Zeit und Aufwand, der sich aber sehr gelohnt hat.

Mit Hilfe der akribisch genauen Protokolle ging keine Vereinbarung verloren, außerdem  dienten sie der Überprüfung von Zielsetzung und der Reflexion.

Insgesamt sind die Mitarbeiter und wir mit den Ergebnissen dieses Projekts sehr zufrieden.

Nach einer Reflexion mit Schul- und Tagesstättenleitung wurde gewünscht, diese Maßnahmen auch im kommenden Schuljahr für die ersten Klassen und die SVE durchzuführen.

Wir freuen uns schon auf die kommenden Aufgaben.

Monika Dietlinger                                            Eva Drexler-Lang
MSD-Autismus                                               Fachdienst Psychologie
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